Die Funktionsweise der Blase und des Harnsystems

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Blasenprobleme werden meist durch eine Dysfunktion des Harnsystems verursacht. Blasenprobleme können Ihre Gesundheit und Lebensqualität signifikant beeinträchtigen. Holen Sie sich medizinischen Rat ein, um Ihre Symptome abklären zu lassen und ernsthafte Erkrankungen auszuschließen.

Zu den Ausscheidungsorganen des Menschen gehören die Nieren, die Harnblase sowie die ableitenden Harnwege mit den Harnleitern zwischen Nieren und Blase und in der Harnröhre.

Grafik des Harnsystems

Der Urin wird in den Nieren produziert, deren Aufgabe es ist, als eine Art Kläranlage des Organismus, Stoffwechselprodukte auszuscheiden. Der fortlaufend produzierte Harn nimmt die Abfallprodukte auf und leitet sie über die Harnleiter in die Blase. Die Blase speichert den Urin, bis er nach Bedarf ausgeschieden wird. Die Blase ist ein muskuläres Hohlorgan mit großer Flexibilität. Das Fassungsvermögen beträgt bei Erwachsenen ca. 200 bis 500 ml. Durch die Speicherkapazität ist es dem Menschen möglich, die Blase 4- bis 6-mal täglich zu entleeren. Eine gefüllte Blase kann man im Unterbauch gut ertasten.

Der Abfluss des Urins aus der Blase in die Harnröhre wird über die Schließmuskeln gesteuert, die den Blasenausgang öffnen und schließen. Diese Ringmuskeln sorgen für das Zurückhalten des Harns – ein innerer, der nicht beeinflussbar ist, und ein äußerer, der bewusst gesteuert wird (Kontinenz). Darüber hinaus ist für die Kontinenz eine funktionierende Beckenbodenmuskulatur von Bedeutung.

Die Blasenaktivität wird durch das zentrale und periphere Nervensystem reguliert. Die Nervenverbindungen zwischen Blase und Gehirn sind unter anderem für die bewusste Steuerung des Vorgangs der Blasenfüllung und Blasenentleerung zuständig. In der Blase befinden sich Sensoren, die über das Rückenmark mit dem Gehirn verbunden sind. Sobald die Dehnungsrezeptoren in der Blase dem Gehirn melden, dass die Blase gefüllt ist, verspüren wir das Bedürfnis, die Toilette aufzusuchen. Daraufhin gehen Nervenimpulse vom Gehirn an die Blase und zu den Schließmuskeln. Die Schließmuskeln öffnen sich, die Blase zieht sich zusammen (Kontraktion) und wird entleert.

Eine gesunde Blase sondert den Urin auf kontrollierte und bewusste Weise durchschnittlich 4–8 Mal pro Tag ab. Bei gesunden Menschen ist der über die Nieren ausgeschiedene Harn klar und bernsteingelb. Der pH-Wert liegt im Normalfall bei 5 bis 6 (leicht sauer). Die am Tag ausgeschiedene Flüssigkeitsmenge liegt im Durchschnitt bei 1000 bis 1500 ml. Viel Trinken erhöht die ausgeschiedene Menge, starkes Schwitzen reduziert sie.

Abweichungen von dieser Norm können zwar auf eine Krankheit hinweisen, müssen aber nicht. Beispielsweise kann sich der Harn nach dem Verzehr von Rhabarber zitronengelb bzw. von roten Rüben rötlich verfärben. Wichtig ist, dass Sie Ihren Harn regelmäßig beobachten und durch Ihren Arzt kontrollieren lassen. 

Bei Kindern und Jugendlichen hängt die Länge der Harnröhre von Alter und Geschlecht ab.

Harntrakt der Frau

Die Harnröhre der Frau ist 3 bis 5 cm lang, im ausgedehnten Zustand etwa 8 mm im Durchmesser und von einer Schleimhaut ausgekleidet. Sie durchtritt den Beckenboden und tritt zwischen Kitzler (Klitoris) und Scheide (Vagina) auf einer kleinen Vorwölbung aus. 

Grafik Harntrakt Frau

Harntrakt des Mannes

Die Harnröhre des Mannes ist s-förmig gekrümmt und 20 bis 25 cm lang. Im Durchschnitt ist sie ebenfalls ca. 8 mm breit. Sie durchtritt die Vorsteherdrüse (Prostata), den Beckenboden und ist in den Penis eingebettet. Die Harnröhre tritt an der Eichel (Glans) aus.

Grafik Harntrakt Mann

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