Was ist ein Stoma?

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Das Wort „Stoma“ oder „Stomie“ bedeutet „Mund“ oder „Öffnung“ und kommt aus dem Griechischen. In Bezug auf eine Operation bedeutet das Wort „Stoma“ künstliche Öffnung oder künstlicher Darmausgang. Es wird oft auch als „Seitenausgang“, „Darmausgang“, „künstlicher Ausgang“ oder „Anus Praeter“ bezeichnet. Stoma beschreibt die operativ angelegte offene Verbindung zwischen einem inneren Hohlorgan und der äußeren Haut. Diese Verbindung dient dazu Ausscheidungen (Darmstoma oder Urostoma) abzuführen oder dem Organ etwas zuzuführen (Tracheo- oder Gastrostoma).

Diese künstliche Verbindung zwischen innen und außen ist in der ersten Zeit etwas gewöhnungsbedürftig. Vielen Stomaträgern verschafft eine Stomaanlage Erleichterung, keine Beschwerden mehr aufgrund der Erkrankung und verbessert in sehr vielen Fällen die Lebensqualität.

Eine verunsicherte oder abwehrende Haltung gegenüber der Operation und dem Stoma ist ganz normal. Wenn man mit dem Thema der Stomaanlage konfrontiert wird hat man Angst, fühlt sich verunsichert und weiß nicht, was das bedeutet. Der Arzt, der Chirurg und die StomaberaterIn sind hier sehr gute und wichtige Ansprechpartner. Im Krankenhaus finden sehr intensive und gute Beratungsgespräche statt, wo alle Fragen gestellt und beantwortet werden. Ein Kolo-, Ileo- oder Urostoma befindet sich am Bauch und ist für niemanden sichtbar. In vielen Fällen schafft diese Stomaanlage Erleichterung, wie z.B. bei Morbus Crohn Betroffenen, welche massive Einschränkungen erfahren und mit der Stomaanlage wesentlich beschwerdefreier das Leben genießen können.

Mit einem Stoma ist der Alltag der Betroffenen kaum eingeschränkt. Man kann weiterhin berufstätig sein, Sport machen, seine Hobbies genießen, usw.

Lesen Sie dazu auch unseren Beitrag unter dem „Sport mit einem Stoma

Ein Stoma erhält man bei einer Operation, welche erfordert, dass eine Krankheit behandelt werden soll bzw. Symptome gelindert werden. Die Bauchdecke wird eröffnet, der erkrankte Darmabschnitt entfernt und der Darm oder die Harnleiter (je nach Stomaart) an die Hautoberfläche gebracht, Danach wird der Darm an der Haut fixiert. Die eigentliche Öffnung am Bauch wird als „Stoma“ bezeichnet.  Statt den Stuhl oder den Urin auf herkömmliche Weise abzugeben, wird die Ausscheidung über das Stoma am Bauch (die künstlich geschaffene Öffnung des Darms auf der Hautoberfläche) ausgeleitet. Aufgrund dieser Stomaoperation geht die Fähigkeit der kontrollierten Darmentleerung verloren (Inkontinenz), da der Schließmuskel seine Funktion nicht wahrnehmen kann. Dazu werden Stomaprodukte (Stomabeutel) verwendet, welche den Stuhl auffangen. Dabei handelt es sich um Beutel, welche auf einer Haftfläche befestigt sind. Diese Haftfläche wird auf den Bauch um das Stoma angebracht und klebt auf der Haut. Die Haftfläche besitzt ein Loch, durch welches das Stoma passt. Um den Stuhl auffangen zu können, ist ein Beutel an der Haftfläche angebracht. Stomabeutel haben einen Filter integriert (bei Kolostomie- und Ileostomiebeutel), welcher Gase entweichen lässt und neutralisiert, sodass kein Geruch, sondern nur Luft, entweicht.

Lesen Sie dazu auch unseren Beitrag unter dem Punkt "Stomaoperation".

Menschen mit einem Stoma werden Stomaträger genannt. In Österreich leben ca. 15.000 Personen mit einem Stoma. Auch mit einem Stoma kann man ein weitgehend normales und aktives Leben führen. Natürlich ist dies auch abhängig von der jeweiligen Grunderkrankung oder der Begleiterkrankung.

Es gibt 3 verschiedene Stomaarten:

  • Das Kolostoma (Ausleitung des Dickdarms) – häufigste Form
  • Das Ileostoma (Ausleitung des Dünndarms) – zweithäufigste Form
  • Das Urostoma (Ausleitung des Harns) – kleiner Anteil aller Stomaträger

Zudem gibt es auch noch andere Stomaarten wie das Tracheostoma (Stoma der Luftröhre) oder das Gastrostoma (Stoma des Magens). Diese haben allerdings nichts mit den Produkten von Coloplast zu tun und werden daher hier nicht weiter ausgeführt.

Nicht alle Stomaträger haben diesen künstlichen Darmausgang für das gesamte Leben. Viele Stomaträger tragen das Stoma nur für eine bestimmte Zeit (temporäre Stomaanlage). Ob die Stomaanlage dauerhaft (permanent) oder nur vorübergehend (temporär) ist, hängt von vielen Faktoren ab. Beeinflusst wird dies von der Grunderkrankung, Begleiterkrankung, Stomaart, etc. Der Chirurg und die StomaberaterIn helfen Ihnen offene Fragen zu beantworten und können beurteilen, welche Variante für den jeweiligen Patienten gewählt wird.

Wie sieht ein Stoma aus und wie fühlt es sich an?

Stoma

Ein Stoma sieht von der Farbe her der Mundschleimhaut sehr ähnlich. Es ist rötlich, leicht feucht, die Form ist rund oder oval und befindet sich auf der Bauchdecke. Nach der Operation ist das Stoma etwas größer, da es geschwollen ist. Die Schwellung vergeht nach ein paar Wochen (sechs bis acht Wochen), danach hat das Stoma seine endgültige Größe erreicht und wird kleiner.

Es ist nicht schmerzhaft, wenn das Stoma berührt wird. Vergleichbar ist dies mit der Schleimhaut im Mund.

Manchmal kann das Stoma bluten, wenn es gereinigt wird. Gerade am Anfang, also kurz nach der Stomaoperation, kann dies der Fall sein. Das Bluten stoppt nach kurzer Zeit. Sollte es zu länger anhaltenden Blutungen kommen, empfiehlt es sich einen Arzt aufzusuchen.

Wenn Sie das Stoma reinigen, kann es zu leichten Blutungen kommen. Dies ist - vor allem zu Beginn - ganz normal, die Blutungen sollten nach kurzer Dauer wieder aufhören.

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