Funktionsweise und Anatomie des Darms

Die Funktionsweise und Anatomie des Darms und des Verdauungssystems

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In Österreich sind etwa 400.000 Menschen von einer Darmschwäche betroffen. Es ist wichtig, sich von dieser Erkrankung nicht einschränken zu lassen.

Um die Ursachen der Darmschwäche bzw. Stuhlinkontinenz genauer erklären zu können, ist es hilfreich, sich vorerst mit dem Aufbau und der Funktion von Magen und Darm zu beschäftigen.

Warum ist unser Darm so wichtig für unser Wohlbefinden? Die Gründe liegen darin, dass sehr viele Schritte im Darm erfolgen, die unsere Gesundheit maßgeblich beeinflussen können. Folgende Funktionen erfüllt der Darm:

  • Es werden Hormone und Botenstoffe produziert

  • Nahrung wird verdaut und Nährstoffe werden resorbiert

  • Der Wasserhaushalt wird reguliert

  • Ein Großteil der Abwehrzellen unseres Immunsystems wird im Darm ausgebildet.

Das Verdauungssystem

Da die meisten Menschen „Alles-Esser“ sind muss der Verdauungstrakt sowohl mit fleischlicher als auch mit pflanzlicher Kost zurechtkommen. Die Nahrung muss zerkleinert, verflüssigt, in ihre molekularen Bestandteile zerlegt und vom Organismus aufgenommen werden. Alles, was nicht für den Körper zu verwerten ist, muss wieder eingedickt und ausgeschieden werden. Für jede dieser Aufgaben gibt es im menschlichen Verdauungssystem spezielle Segmente: Mundhöhle, Speiseröhre, Magen, Zwölffingerdarm, Dünndarm, Dickdarm. Die durchschnittliche Transitzeit der Nahrung vom Mund zum Anus beträgt bei Frauen 2,4 Tage und bei Männern 1,9 Tage. Die Transitzeit beträgt im Magen ca ein bis drei Stunden, im Dünndarm ca zwei bis sechs Stunden und im Dickdarm ein bis drei Tage.

Die Nahrungsaufnahme

Die Nahrung wird im Mund zerkleinert und mit Speichel vermischt. Bereits hier beginnt die Aufspaltung der Speisen in die Grundbausteine Eiweiß, Kohlenhydrate und Fett. Durch das Schlucken gelangt die Nahrung über die Speiseröhre in den Magen. Die Nahrung trifft auf Magensäure, wird zersetzt und verweilt dort. Der vorverdaute Nahrungsbrei aus dem Magen gelangt durch rhythmische Muskelkontraktion (Peristaltik) in den Zwölffingerdarm, welcher der Anfang des Dünndarms ist. Ein Großteil der Verdauung findet im drei bis fünf Meter langen Dünndarm statt. Die Darmwand bildet Enzyme, um die Nahrung in kleine, gut verwertbare Bausteine zu zerlegen. Die verwertbaren Stoffe werden von Lymphen aufgenommen und zwecks Weiterverarbeitung zu den Körperzellen transportiert.

Der Darm ist unterteilt in die Bereiche Ileum (Dünndarm) und Kolon (Dickdarm, Rektum und Anus).

Abbildung Darmsystem

Der Speisebrei gelangt anschließend in den ca 150cm langen Dickdarm, wo sich zahlreiche lebensnotwendige Bakterien von den unverdauten Nahrungsresten ernähren. Auf dem Weg durch den Dickdarm wird den unverdaulichen Nahrungsresten fortlaufend Wasser entzogen, das dem Blut zugeführt wird. Der Dickdarm entzieht somit dem Nahrungsbrei das Wasser und wandelt halbfeste und feste Nahrungsabfälle in Stuhl um.

Der Dickdarm besteht aus drei unterschiedlich langen Teilen: Einem kurzen Anfangsteil Blinddarm, einem langen Mittelstück Grimmdarm und einem kurzen Endstück. Die Bauhin-Klappe verbindet das Ende des Dünndarms mit dem Blinddarm und besteht vorwiegend aus Dünn- und Dickdarmmuskulatur. Dieser Blindsack befindet sich im rechten Unterbauch, nahe der vorderen Bauchwand. Als Anhängsel findet man den Wurmfortsatz. An den Blinddarm schließt sich der aufsteigende Teil des Grimmdarmes an, der an der rechten Rumpfwand fixiert ist. Er läuft an der rechten Niere vorbei und geht in eine rechte Darmbiegung über. An der Innenseite des Bauches verläuft er quer bis zur linken Darmbiegung. Danach geht er in den absteigenden Teil des Grimmdarms über. Dieser verläuft an der hinteren Bauchwand und geht in einer s-förmigen Schleife im linken Unterbauch über. Der letzte Teil ab Höhe des zweiten bzw. dritten Kreuzbeinwirbels wird als Mastdarm bezeichnet.

Der Stuhl wird in weiterer Folge im Mastdarm (Rektum) gesammelt und ausgeschieden. Die Ausscheidung erfolgt durch das Zusammenspiel der Muskelwand des Rektums mit den Afterschließmuskeln: die Muskelwand zieht sich zusammen, gleichzeitig erschlaffen die Afterschließmuskeln und befördern den Stuhl nach draußen. Gesteuert wird dieser Vorgang über Signale, die vom gefüllten Darm über das Rückenmark zum Gehirn gesendet und von dort wieder zurückgeleitet werden. Sehen Sie hier ein Video über die Funktionsweise des Darms.

Kommt es nun in dieser Nervenleitung zu Unterbrechungen oder Störungen, kann es zu unkontrollierbaren Darmproblemen kommen Es gibt viele weitere Krankheiten oder Veränderungen, die zu Stuhlinkontinenz führen können. Lesen Sie auch „Formen und Symptome der Stuhlinkontinenz“ bzw. „Ursachen von Stuhlinkontinenz“.

Wenn Ihr Darm nicht ordnungsgemäß funktioniert, kann es zu Störungen der Transportfunktion, Störungen der (Mastdarm-)Entleerungsfunktion oder zu Störungen der analen Sphinkterfunktion bzw. einer Sensibilitätsstörung mit folgender Inkontinenz kommen. Beschwerden wie Stuhlverlust und/oder Verstopfung sowie unkontrollierbare Blähungen sind die Folge.

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