Therapien und Behandlungsmöglichkeiten bei Blasenproblemen

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Blasenprobleme sollten sorgfältig behandelt werden, damit immer wiederkehrende Harnwegsinfekte als Begleiterscheinung sich nicht zu chronischen Blasenentzündungen entwickeln und weiter zu ernsthaften Gesundheitsproblemen führen.

Es gibt eine Vielzahl von Therapie- und Behandlungsmöglichkeiten, um Blasenprobleme zu behandeln, die je nach Form der Inkontinenz empfohlen werden:

Beckenbodenübungen

Beckenbodenübungen dienen der Kräftigung der Beckenbodenmuskulatur, die für eine Kontinenz von großer Bedeutung ist. Die Beckenbodenmuskulatur stützt und hält die Blase in der richtigen Lage. Bei leichten Formen der Blasenschwäche kann Beckenbodentraining als Training schon genügen. Je ausgeprägter die Form der Inkontinenz ist, kann Beckenbodentraining nur unterstützend und nicht allein helfen. Beckenbodenübungen sollten Sie regelmäßig durchführen. Eine deutliche Verbesserung tritt meist erst nach mehreren Monaten der konsequenten Durchführung der Übungen ein.

Lassen Sie sich physiotherapeutisch Anleiten und holen Sie sich Tipps, da Sie möglicherweise etwas Übung brauchen um den richtigen Muskel zu „finden“. Erst wenn Sie den richtigen Muskel gefunden und gezielt anspannen können, kann das Training beginnen. Die Übungen sollten täglich durchgeführt werden und je häufiger Sie diese durchführen, desto schneller gewinnen Sie die Kontrolle über Ihre Blase zurück.

Blasentraining (Toilettentraining, Miktionstraining)

Blasentraining führt idealerweise zu einer schrittweisen Blasendehnung und hilft der Blase mehr Harn zu speichern. Nutzen Sie unterstützend ein Tagebuch und notieren Sie wie häufig Sie zur Toilette gehen, wie viel Urin abgeht und wie viel Flüssigkeit Sie über den Tag verteilt getrunken haben. Sie erhalten so ein besseres Verständnis über Trinkmengen und Toilettenbesuche. Machen Sie auch Angaben zu Medikamenten und notieren Sie Situationen, in welchen unbeabsichtigt Harn verloren wurde. Beginnen Sie mit dem Blasentraining nur in Absprache mit Ihrem Arzt oder Ihrer Kontinenzberatung, da es nicht für jede Form der Inkontinenz geeignet ist. Hierfür geeignete Formulare können Sie bei unserem Beratungsservice anfordern.

Veränderter Lebensstil

Für einige Menschen bedeutet die Behandlung von Symptomen gleichzeitig eine Veränderung des Lebensstils (Gewichtsreduktion, Trink- und Essverhalten). So kann zum Beispiel die Einnahme koffeinhaltiger Getränke reduziert oder die Flüssigkeitsaufnahme im Verlauf des Tages geplant werden. Wichtig ist jedoch, dass Sie die tägliche empfohlene Trinkmenge von 1,5 bis 2 Liter nicht unterschreiten, um die Nierenfunktion aufrechtzuerhalten und somit Infektionen und Steinbildungen vorzubeugen. Durch eine kontinuierliche Produktion und Ausscheidung von Urin, werden Blase und Harnröhre ausreichend gespült und eine Besiedelung von Bakterien kann verhindert werden. Somit kann Blasenentzündungen vorgebeugt und entgegengewirkt werden.

Inkontinenzprodukte; medizinische Hilfsmittel

Katheter

Der intermittierende Selbst- bzw. Fremdkatheterismus (ISK oder IFK) ist bei neurogen bedingten Blasenfunktionsstörungen die sicherste und modernste Behandlungsmethode. Anwender entleeren ihre Blase meist 4–7 Mal pro Tag. Die Möglichkeit der Durchführung sollte in jedem Fall mit Ihrem Arzt geprüft werden.

Für die Behandlung von Harnverhalt stehen verschiedene Coloplast-Produkte zur Auswahl:

Kondom-Urinale und Beinbeutel

Für Männer, die ungewollt Urin verlieren (Inkontinenz bei Männern), bieten Kondom-Urinale eine effiziente und komfortable Lösung. Das Kondom-Urinal ist ein Harnableitungssystem, welches nicht in die Harnröhre eingelegt wird. Stattdessen wird es über den Penis abgerollt und ist mit einem am Unter- oder Oberschenkel befestigten Urinbeutel verbunden. Kondom-Urinale sind diskret und geruchsarm und bieten durch ihre einfache Handhabung Freiheit und die Möglichkeit Ihrem gewohnten Lebensstil und Hobbies nachzugehen.

Hier erhalten Sie weitere Informationen zu den Kondom-Urinalen und Beinbeuteln von Coloplast

Vorlagen, Einlagen

Die bekannteste Versorgung von Inkontinenz geschieht häufig mit Vorlagen oder Einlagen, welche zur aufsaugenden Inkontinenzversorgung zählen. Hier gibt es eine Vielzahl an Produkten. Langfristig und für Menschen, die einen aktiven Lebensstil führen wollen, sind sie jedoch nicht unbedingt das geeignetste und diskreteste Mittel der Wahl, da ihr Einsatz nur für wenigen Stunden geeignet ist. Vorlagen/ Einlagen werden vor allem von Frauen genutzt, da in ihrem Fall aus anatomischen Gründen kein Kondom-Urinal benutzt werden kann. Vorlagen/ Einlagen müssen regelmäßig gewechselt werden um den Genitalbereich möglichst trocken zu halten bzw. um Geruchsbildung zu vermeiden. Die Tragedauer und Komfort variieren je Hersteller. Vorlagen/ Einlagen können auch zwischen den Katheterisierungsintervallen getragen werden um Ihnen zusätzliche Sicherheit zu geben, falls Sie hin und wieder ein wenig Urin verlieren oder aber auch nur Sorge verspüren, dass es dazu kommen könnte.

Medikation

Medikamente können für alle Arten der Inkontinenz verschrieben werden, jedoch bewirken sie ihre mögliche volle Wirkung und eine spürbare Verbesserung, wenn sie mit Beckenbodenübungen und Blasentraining während der Behandlung kombiniert werden. Einerseits können Medikamente helfen die Schließmuskelaktivität zu steigern und andererseits können sie die Entleerungsintervalle steigern, wodurch Frauen und Männer weniger oft auf die Toilette müssen. Die Belastungsinkontinenz kann seit 2004 ebenso mit Medikamenten behandelt werden und die Beschwerden lindern.

Operation

Zur Behandlung von Blasenproblemen sind eine ganze Reihe von operativen Eingriffen möglich, jedoch ist die Therapie durch eine Operation immer erst der letzte Ausweg, wenn alle anderen Behandlungsmöglichkeiten ausgeschöpft sind. Ob und für welchen operativen Eingriff Sie sich entscheiden, hängt von der Art und Ursache der Inkontinenz ab. Zunächst werden alle nicht operativen Therapien in Erwägung gezogen. Führen diese Therapien nicht zum Erfolg und lindern die Beschwerden nicht, sollten operative Eingriffe in Betracht gezogen werden. Operative Eingriffe kommen auch dann in Frage, wenn der Schließmuskel besonders stark beschädigt ist. Wenn operiert wird, soll es zum Ziel haben die normale Funktion und Lage des entsprechenden Organs wiederherzustellen.



Alle Therapieformen haben zum Ziel Ihre Beschwerden zu erleichtern oder im besten Fall sogar zu beheben und Ihre Gesundheit langfristig zu erhalten. Durch das verbleiben von Restharn in der Blase kann es zu lästigen und im schlimmsten Fall chronischen Blasenentzündungen kommen. Kommt es doch zu einer Blasenentzündung wird Ihnen Ihr Arzt eine Antibiotika Therapie vorschlagen. Wenn Ihnen Ihr Arzt ein Antibiotikum verschreibt, befolgen Sie seinen Rat und nehmen Sie das Antibiotikum nach Vorgabe. Es gibt unterschiedliche Antibiotika gegen Blasenentzündungen, die sich durch ihren Wirkstoff unterscheiden. Je nach Wirkstoff kann die Dauer, Dosierung und Lagerung je Antibiotikum variieren. Vertrauen Sie ihrem Arzt, er weiß, welche Antibiotikatherapie die richtige für Ihren Harnwegsinfekt ist. Um Beschwerden einer Blasenentzündung vorzubeugen hilft viel Trinken, nasse Kleidung wechseln, Urin nicht zu lange in der Blase lassen und vernünftige Intimpflege.

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