Therapien und Behandlungsmöglichkeiten bei Darmschwäche

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Darmschwäche und Stuhlinkontinenz können sehr unangenehm sein und auch die Lebensqualität stark einschränken. Sie sorgen nicht nur für häufiges Unwohlsein und für Blähungen, sondern führen auch zu Sorgen über einen „Unfall“ in der Öffentlichkeit und so nicht selten zu sozialer Isolation. Vertrauen Sie sich Ihrem Arzt an! Nur ein Arzt kann mit Hilfe von apparativen und klinischen Untersuchungen die richtige Diagnose erstellen und Ihrem Leiden eine Erleichterung oder sogar Ende bereiten. Auf Grund der Diagnose kann die richtige Therapie oder eine Kombination daraus gewählt werden.
Ein gutes Darmmanagement sorgt daher für eine Verbesserung Ihres körperlichen und emotionalen Wohlbefindens und hilft Ihnen dabei:

  • regelmäßige und schmerzfreie Darmbewegungen zu haben

  • Verstopfung und Stuhlverlust vorzubeugen

  • Ihre Lebensqualität zu verbessern

 

Behandlungsmöglichkeiten bei Darmschwäche

Für ein optimales Darmmanagement bei Stuhlverlust und Verstopfung stehen eine ganze Reihe von Behandlungsmethoden ( von unten nach oben in aufsteigender Reihenfolge der Invasivität) zur Verfügung:

Behandlungsmethoden bei Darmschwäche

 

Konservative Therapieformen wie z.B.

  • Ernährung und Flüssigkeit, Änderung des Lebensstils

  • Laxanzien

  • Digitale Stimulation

  • Suppositorien

  • Biofeedback

Transanale Irrigation, auch anale Irrigation genannt (z. B. Peristeen® Komplettsystem)

Operative und interventionelle Therapieform:

  • Sakrale Neuromodulation

  • Antegrade Irrigation

  • Sakrale Vorderwurzelstimulation

  • Stoma (künstlicher Darmausgang)

In den meisten Fällen werden zunächst konservative (nicht operative) Therapien vorgeschlagen, wie zum Beispiel Sphinktertraining/ Beckenbodengymnastik, eine symptomlindernde Ernährungsumstellung, ausreichende Flüssigkeitsaufnahme und / oder eine Medikation sowie die Einnahme bzw. Anwendung von Quellstoffen, Abführ- und Einlaufmitteln.

Ernährung bei Darmschwäche

Eine spezielle Diät gibt es nicht. Trotzdem können Patienten mit einer bewussten und individuellen Umstellung der Ernährung Besserungen erzielen. Hierbei geht es im Wesentlichen um die Beschaffenheit des Stuhles und um Stuhlkonsistenz, die es erlaubt, besser mit der Situation umzugehen.

Bei leichten Formen der Stuhlinkontinenz ist es meist sinnvoll, eine ausgewogene ballaststoffreiche Ernährung anzustreben. Es geht hierbei darum, durch eine ausreichende Menge von Faserstoffen ein großes Stuhlvolumen zu erzielen. Das große Stuhlvolumen führt zu einer Dehnung der Darmwand, was ihrerseits die Darmtätigkeit, die Peristaltik, anregt. Der Stuhl soll durch den hohen Faseranteil eine weiche, jedoch geformte Konsistenz haben und weder knollig noch breiig sein. Darüber hinaus bieten die Faserstoffe einen guten Lebensraum für die Darmflora, also für Bakterien, die wichtige Verdauungsprozesse in Gang halten.

Die ballaststoffreiche Ernährung muss durch ausreichende Flüssigkeitsaufnahme ergänzt werden. Achten Sie darauf, dass Sie täglich mindestens 1,5-2 Liter Flüssigkeit trinken.

Die tägliche Menge an Ballaststoffen in der Nahrung sollte mindestens 30 bis 40 Gramm betragen. Ein hoher Fasergehalt findet sich in Vollkornprodukten, Gemüse und Obst. Die aufgenommene Ballaststoffmenge sollte zur einer Hälfte aus Vollkornprodukten und zur anderen Hälfte aus frischem Obst und Gemüse bestehen.

Patienten mit einer schwereren Form der Stuhlinkontinenz kommen mit dieser Ernährungsweise, die das Stuhlvolumen stark vergrößert, oft nicht gut zurecht. Hier ist es manchmal sinnvoller, den Stuhl etwas einzudicken und dann gegebenenfalls eine gezielte Entleerung zu bewirken, zum Beispiel durch transanale Irrigation. Aber auch in diesem Stadium der Stuhlinkontinenz gilt es stets, eine Verstopfung zu verhindern. Durch zu langes Verweilen des zu festen Stuhles im Darm kann es zu einer Überlaufinkontinenz kommen, da der Stuhl von Bakterien zersetzt und verflüssigt wird. Es muss hier behutsam vorgegangen werden.

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